Immofinanz und die Entwicklung einiger Immogesellschaften – Conwert, CA Immo AG, s-Immo – 1 Jahr danach.

25. November 2009 von immogeschaedigte

Nach der Aufdeckung einiger dubioser Machenschaften bei Meinl European Land (jetzt Atrium) Immofinanz und Immoeast, stürzte der Markt 2008/2009 in Österreich brutal ab. Dazu kamen noch die hohen Osteuropaanteile, allen voran bei der CA Immo und der Immoeast. Und jetzt  im November 2009?  Der Geschäftsverlauf der Atrium ist nach wie vor nicht sehr transparent, die Immofinanz steht vor einer Kapitalerhöhung und Fusion mit der Immoeast. Anleger mit Mut und Zockermentalität, haben mit Immofinanz-Aktien in den letzten Monaten ein Vermögen verdient. Aktie November 08 bei ca. 0,32 €  -  November 09 bei ca. 2,70€

Aber es gibt auch einige Gesellschaften, die abseits der turbulenten Entwicklungen gute Geschäfte gemacht haben:

Conwert: Übernahmen von Colonia, einer der führenden Wohnimmobilien-Investoren Deutschlands, über tausend Apartments in Berlin. Sanierung der Altbauwohnungen sobald die Mietverträge auslaufen  danach eine teure Weitervermietung und somit auf Chancen von nachhaltig steigenden  Erträgen. Dieses Geschäftsmodell wird auch in Wien angewandt.

CA Immo AG: Deren Schwerpunkt liegt auf  Bürovermietungen in Deutschland und Österreich. Die 62% Beteiligung an der CA Immobilien International, einer Gesellschaft, die vorwiegend in Osteuropa tätig ist, wird von der Börse nicht goutiert.

Sparkassen Immobilien AG (s-Immo): Deren Portfolio ist mit Wühnungen, Büros, Hotels und Einzelhandelsimmos in Deutschland, Österreich und im Osten breit gefächert. Stabilität wird von den Anlegern durchaus geschätzt.

Ein Blick auf Risiko und Ertrag: Immoaktien – für starke Nerven, risikofreudige Zocker setzen auf AGs mit schwebenden Gerichtsverfahren, Risiko sehr hoch, Ertrag bestens. Immobilienfonds: Kamen auch unter Druck, haben sich aber in der Krise bewährt (Beispiel der Real Invest Austria Fonds)

Dass ein Invest in Immobilien nach wie vor zugkräftig ist, beweist der Ex Hypo Vorstand,  J. Kircher,  der mit Partnern in Sarajevo eine Wohnanlage errichtet und in Montenegro ein 3,64 Hektar großes Grundstück in bester Lage weiter vermittelt. Und die Immoeast eröffnete ein Shopping und EntertainmentCenter in Moskau. Mit ca. 100 Mio € Mieteinnahmen und 170.000qm, ist es Europas größtes Einkaufscenter.

Stichtag für die Constantia Privatbank?

25. November 2009 von immogeschaedigte

Bis zum Fristende Montagmittag langten „mehrere Gebote“ ein, teilte die Bank mit. Die große Überraschung: Der bisherige Favorit für die Übernahme der Constantia, die Liechtensteiner Fürstenbank LGT, ist nicht dabei.

Damit blieben dem Vernehmen nach zwei Bieter: Eine Investorengruppe um Ex-Bank-Austria-Vorstand Willi Hemetsberger und eine Gruppe um den Sanierer Erhard Grossnigg. Grossnig soll zusammen mit dem Ex-Goldman-Sachs-Chef für Österreich, Klaus Umek, antreten. Mit dabei soll auch Strabag-Chef Hans Peter Haselsteiner sein. Größere Chancen auf den Zuschlag gibt man aber Hemetsberger. Er will seine eigene Firma, die Ithuba Capital, in die Constantia einbringen. Dadurch könnte der Investmentbanker rund 40 Prozent der Anteile halten. An dem Konsortium sollen auch Christoph Dichand, Berndorf-Chef Peter Pichler, sein Vorgänger Norbert Zimmermann und Immobilientycoon Georg Stumpf beteiligt sein.

Die heutige CPB Aufsichtsratssitzung wird vermutlich eine  Entscheidung bringen. Der Kaufpreis liegt bei € 60 Mio.

Was ist eigentlich mit der Trennung in CPB Neu (Trägerplattform ist die Aviso Epsilon AG,  schon gegründet, um eine Bankkonzession von der FMA wird gerade  angesucht)  und „alt“,  in der alle Klagen ausgelagert werden sollen? Habe ich da etwas überhört, oder läuft das erst?

Was tut sich bei den Schadensfällen Madoff, AvW und Meinl European Land?

23. November 2009 von immogeschaedigte

Die Causa VKI gegen AWD ist brandaktuell in den Medien, was ist aber mit den anderen großen Schadensfällen?  Eine kurze Übersicht:

Madoff - die Bank Austria wird für indirekte Teilnahme am Schneeballsystem durch den Primeo-Fonds haftbar gemacht. Die Bank hat den Fonds – mit Sitz auf den Cayman Islands – in Österreich repräsentiert. Unklar ist, inwiefern rechtlich Repräsentanten zur Verantwortung gezogen werden können. Die Chance der Primeo-Anleger ist aber gut, da die im Emissionsprospekt des Fonds dargelegte Risikostreuung in der Praxis nicht stattgefunden hat. Der Prozessfinanzierer Advofin will auch gegen die Erste Bank vorgehen – Repräsentant des Investmentfonds Alpha Prime.

AvW – Der VKI hat eine Verbandsklage wegen gesetzwidriger Kündigungsausschlüsse eingebracht und in zweiter Instanz zur Gänze Recht bekommen. LG Graz: Die Kündigung kann bei einem Dauerschuldverhältnis nie wirksam ausgeschlossen werden, was die AvW Gruppe de facto in den Genusscheinbedingungen versuchte. Umgekehrt hat sich die AvW aber selbst eine Recht zur Kündigung eingeräumt. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Meinl European Land – die Gerichte in A urteilten unterschiedlich: In Kärnten erhielt ein Kläger nicht recht, da der Richter davon ausging, dass  der Anleger sich des Risikos bewußt sein müßte, in der Steiermark bekam der Kläger recht. Es geht aber auch um Prospekthaftung, in Wien hat ein Kläger Recht bekommen, daß er auf das Risiko der Veranlagung nicht hingewiesen wurde.

Wie man sieht, ist die richterliche Entscheidung von Fall zu Fall unterschiedlich, geschädigte Privatanleger  müßen aber nur aufpassen, daß ihre Ansprüche nicht verjähren.

Rasinger, Immofinanz, seine Prognose und die Eigenverantwortung.

19. November 2009 von immogeschaedigte

„Das Archiv ist die Waffe des Journalisten“, ein Satz, der immer wieder Gültigkeit besitzt. Im Zuge der Immofinanzsache bin ich wieder einmal auf den Salzburger Nachrichtenartikel von Jänner 2008 gestoßen. Und mit dieser Meinung stand Herr Rasinger nicht alleine da.

Jetzt stellt sich natürlich schon die Frage, wie stark beeinflußen solche Berichte die eigene Meinung? Interessiere ich mich für etwas, dann informiere ich mich durch Fakts aus dem Freundes-,  Bekanntenkreis, über Medien und über direkte Informationen von Fachleuten/Beratern. Entweder bestärken sie meine Haltung, oder ich neige dazu, es kritisch zu betrachten. Die Entscheidung, was ich wirklich tue, obliegt in der letzten Instanz bei mir.

Manchmal nicht so leicht, es kommt auch drauf an, in wie weit man den Durchblick für Zusammenhänge besitzt.  Und das wiederum ist auch stark vom Faktor Bildung abhängig.  Nicht leicht, bei Entscheidungen sich auf das eigene Gefühl, Wissen, Durchblick  zu verlassen. Vorallem wenn „Experten“ via Medien ihre Meinung abgeben. Die Beeinflußung ist scheinbar sehr groß.

Eine europäische FMA mit Biss?

18. November 2009 von immogeschaedigte

Während in den USA schon an der Umsetzung gearbeitet und  Obamas Vorschlägen im Repräsentantenhaus zugestimmt wird, ist sich die EU wieder einmal nicht einig, wie kräftig eine Finanzmarktaufsicht mit Kompetenzen ausgestattet werden soll.

Folgendes ist geplant:                                                                                                    ESRB – Europäischer Ausschuss für Systemrisken – besetzt mit Vertretern von der EZB, den Notenbanken aller Mitgliedsstaaten, der EU Kommission und von den Mikro-Aufsichtsorganen (Europ. Aufsicht von Banken, Versicherungen, Wertpapieren). Aufgabe ist es, Risken aufzuspüren, die über nationale Grenzen und einzelnen Aufsichtsbehörden hinaus gehen. Das ESRB soll seine Wirkungen durch Warnungen und Empfehlungen kund tun. Diese sind aber nicht bindend.

ESFS – Europäisches System der Finanzaufsicht – besteht aus dem Netzwerk der nationalen Aufsichtsbehörden sowie aus drei neuen europäischen Behörden ( EBA – Bankenaufsicht/ESMA – Wertpapieraufsicht/EIOPA – Pensions-und Versicherungsaufsicht). Diese Behörden sollen aber nur dann eingreifen, wo nationale Behörden nicht oder schlecht agieren können.

Also nur in Extremfällen sollen europäische Aufsichtsbehörden auch in die Tätigkeit nationaler Behörden eingreifen dürfen. So ist der Plan, wie, wann und in welcher Form  diese neue europäische Finanzmarktkontrolle kommt, steht noch in den Sternen.

Immoeast auf dem Weg nach oben

16. November 2009 von immogeschaedigte

Der MSCI World Index ist einer der wichtigsten Aktienindexe  der Welt. Er wird von dem US-amerikanischen Finanzdienstleister Morgan Stanley Capital International  als Kursindex berechnet. Der Index beinhaltet Aktien aus 24 Ländern und wird seit dem 31. Dezember 1969 (Startwert: 100 Punkte) berechnet.

Der MSCI Austria index wurde nun um Immoeast erweitert. Somit sind 8 Werte vertreten . Telekom/Erste/OMV/Voest/Verbund/Raiffeisen/Vienna Insurance.

Dem nicht genug, Immoeast ist auch in MSCI Europe vertreten und die RCB gab der Immoaktie ein Kursziel von € 5,50, was einem Potential von 20% gegenüber dem aktuellen Kurs bedeutet.Dieser stieg um 4.08%, die Mutter Immofinanz immerhin um 3,75%

Was bedeutet dies für die Anleger? Investoren vertrauen der Aktie scheinbar wieder, der Kurs steigt, ist zwar vom Höchsstand noch immer einiges entfernt, aber verglichen mit dem Tiefstand Anfang des Jahres, hat sich was bewegt.  Da könnte es nun schon sein, daß VKI-Kläger, die ihre Aktien abtreten mußten, ein wenig nervös werden. Und ich erst. Rückblickend hätte ich zukaufen sollen, damit wäre ein guter Teil meines Verlustes wieder wett gemacht worden. Aber was stand Anfang Jänner 09 in den Medien?

Zeit, Glück und die Kapitalerhöhung der Bank Austria

12. November 2009 von immogeschaedigte

Jetzt könnten Profumo und Cernko auf ihr taktisches Geschick verweisen, nur sind alle poitiven Zeichen auf einen Nenner zu bringen: Spiel auf Zeit hat sich ausgezahlt. Dank Lybiens Gaddafi und einigen anderen Großaktionären konnte die Aufstockung des Grundkapitals durchgeführt werden und der Gang zum Staat ist damit sowohl in Italien als auch in Österreich erspart geblieben.

Somit wird nach der Kapitalerhöhung Anfang 2010 die Kernkapitalquote der Bank Austria bei 9% liegen, die ERSTE wird nach ihren Maßnahmen nur bei 7,8% liegen. RZB, ERSTE usw müssen ihre Milliarden bis 2014 an den Staat zurückzahlen und das kann nur über die Ausgabe neuer Aktien erfolgen. Nur,  es weiß keiner, wie der Markt in 4 Jahren aussehen wird. Mit einem Wort, die Bank Austria/Uni Credit hat in nächster Zeit einen gewichtigen Vorteil.

Spannend kann es noch werden, was mit Madoff/Primeo Fonds etc. noch auf die Bank  zu kommt. So wie es aussieht, ist die Bank Austria für „Schäden“ finanziell gewappnet

Entsolidarisierung der Gesellschaft anhand der Bankenpakete

11. November 2009 von immogeschaedigte

Habe einen recht interessanten philosophischen Artikel über  „Geben oder Nehmen“ im Bezug Einzelner versus Staat entdeckt. Dieses Denken der Vollkaskaomentalität (Copy R. Helmut Kohl) hat sich fast schon überall durchgesetzt.  Risiko ja, wenn es schlecht geht, Schrei nach dem Staat. Und dies läßt sich auch in ganz hohen Finanzbereichen verfolgen. Siehe Bankenpaket. Im Grunde für die Verursacher kein Risiko,  es springt die Gemeinschaft schon ein. So läßt es sich leben.

 

Kann Immofinanz wieder passieren?

9. November 2009 von immogeschaedigte

Es wurde in dem letzten Jahr viel über Regulierungen des Finanzmarktes gesprochen. Was passiert nun wirklich? Scheinbar nichts. Es wird geplant, nachgedacht, österreich- eu- und weltweit, kommt dabei auch was raus, das den nicht professionellen Anleger schützen kann? Dazu zwei Kommentare im Wirtschaftsblatt, die diese Problematik aufzeigen.

Die Analysten und ihre Voraussagen.

6. November 2009 von immogeschaedigte

In Rückblicken läßt sich so manches immer recht einfach bewerten. Aber in der Vorschau, da happert es leider oft. Möchte mir in den nächsten Tagen einige Aussagen bzgl. Aktien-und Marktenwicklungen ansehen, die in den letzten 12 Monaten getroffen worden sind.

Start ist mit der Immofinanzgruppe, Chart aus dem Jänner 09:

Immofinanz Aktienkurs

Stand des Aktienkurses am 4.11.2009:  Immofinanz 2,32;  Immoeast 3,63

Hätte man im Jänner mit Nachkäufen zugeschlagen, könnte man jetzt jubeln. Hätte, könnte……